Was passiert, wenn die Systeme, auf die wir uns verlassen, plötzlich nicht mehr funktionieren?
Der Berliner Stromausfall eröffnet eine aufschlussreiche Perspektive auf Governance: Wenn formale Systeme versagen, beginnen Menschen, sich selbst zu organisieren. Sie teilen Informationen, verteilen Ressourcen, treffen Entscheidungen und schaffen neue Regeln. In Krisenmomenten wird Governance sichtbar.
Gesetze und Verwaltungsprozesse prägen, wie Menschen handeln, sich beteiligen, Zugang zu Ressourcen erhalten und mit Institutionen in Beziehung treten können. In diesem Sinne sind sie Gestaltungsaufgaben.
In ihrer Keynote stellt Rojda Tosun PublicLegalDesign als einen Ansatz vor, der Recht, Regeln und öffentliche Verwaltung als Gestaltungsmaterial begreift. Sie untersucht, was es bedeutet, Governance nicht nur für Menschen zu gestalten, sondern dabei auch die weitreichenden Folgen für diejenigen mitzudenken, die davon betroffen sind — ebenso wie für jene, die nicht mit am Tisch sitzen.
Die zentrale Frage lautet: Können wir eine Governance gestalten, die aus Krisen lernt — und fähig wird, die nächste zu verhindern? PublicLegalDesign verbindet die Orientierung an gelebter Realität mit der Verantwortung für die Welten, die unsere Regeln hervorbringen.

